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Veröffentlicht am 10.09.2015 von nemesis

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Bob Wayne – Hits The Hits

Covers ganz groß

Tja, so kann´s laufen, wenn man eine Wette verliert. Im Falle des eigenwilligen „Outlaw“-Countryrockers Bob Wayne führte dies zu einem Album, auf dem er einige seiner eigenen favorites aus der Musiklandschaft auf seine ganz eigene Art vertonte. Scheint einem seine Version von „Rock And Roll“ noch recht logisch und macht leichtfüßige Laune, bekommt man beim James Bond-Hit „Skyfall“ (im Original von Adele) schon große Augen. Die Laszivität, die das Original ausstrahlt, findet man selbstredend in einer Country-Version wohl kaum, aber der Song hat auch so echt was und lässt einen leise mitzappeln. Absolut nicht zu verachten.

Den Schalk im Nacken?

Der Einstieg in „Sweet Child O´ Mine“ (Guns´n´ Roses) mit einer rostig und verkratzt bis zum letzten klingenden Fidel hat auch was. Herrlich folkig, chillig und irgendwie kann man sich vor seinem bildlichen Auge wunderbar einen Violine spielenden Kobold vorstellen –mit Zigarre im Mund und Stinkefinger in den Pausen. „Howdy“ und „yoohoo“ – man wartet nur darauf, dass diese Zwischenrufe „Sympathy For The Devil“ begleiten. Dem ist leider nicht so, aber sonst ist alles dabei, was das zappelige Country-Herz begehrt. Der Songs der Stones ist ja an sich eh ein Klassiker erster Güte, aber so macht er gleich nochmal einen Zacken mehr Laune und wird eigentlich richtig ironisch.

Leichtfüßigkeit groß geschrieben

Folkig und leicht reggae-mäßig (das bleibt nicht aus) zeigt sich Bob Marley´s „I Shot The Sheriff“, einfach zum Schießen ist auch „Under The Bridge“ (Red Hot Chili Peppers). Hat sowas von Wackeldackel, der einen frech angrinst. Die Mischung, die sich Bob Wayne für „Hits The Hits“ zu Recht gelegt hat, ist einfach klasse. Die Beatles mussten auch dran glauben, „Come Together“ kommt

Bluesiger als das Original und prägnanter rüber, ein bisschen Stimmung é la Chris Isaak lässt grüßen. Auch der Gesang ist hier kehliger gestaltet. Ein bisschen wird bei „The Kids Aren´t Alright“ (The Offspring) an manchen Stellen mit wehmütigem Folk geliebäugelt, die Steigerung ist einfach klasse gemacht. Der Hauch des kritisch-nachdenklichen bleibt aber durchweg und beißt sich fest.

Tolle Zusammenstellung

Mit „Disturbia“ wurde auch Rihanna verewigt. Nun muss ich gestehen, ich kenn das Original nicht, aber wenn man sowas draus zaubern kann, wie es der Country-Musiker getan hat, kann der Song so schlecht in der Basis ja nicht sein. Ein bisschen road-mäßig, zu den Steigerungen gesellen sich verstärkt Folk-Elemente dazu. Der Song weist eine gesunde Dynamik und Intensität auf. Als krönenden Abschluss bekommt der Hörer noch den Ozzy-Klassiker „Crazy Train“, der einfach nur genial als Cover gelungen ist. Allein der Anfang hätte klasse zu „Little Nicky“ als Soundtrack gepaßt. Genau diese Art der niedlichen Bösartigkeit bekommt man bei diesem Track geboten. Das Album lädt ein: Zum Anhören, Mitträllern und Mitzappeln. Gute Laune ist hier garantiert, ebenso wie musikalische Qualität. Und man muss dazu noch nicht mal ein Country-Fan sein, um so richtig Spaß an diesem Silberling zu haben. Absolut gekonnt.

Tracklist

  1. Rock And Roll
  2. Skyfall
  3. Sweet Child O´ Mine
  4. Sympathy For The Devil
  5. I Shot The Sheriff
  6. Crazy
  7. Under The Bridge
  8. Radioactive
  9. Come Together
  10. Disturbia
  11. The Kids Aren´t Alright
  12. All About That Bass
  13. Crazy Train

photocredit: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1485883868390452&set=o.20791573640&type=3&theater

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