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Veröffentlicht am 01.05.2015 von Christin Seegert

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Jonny Cash – das Comeback

Jonny Cash Teil 3

Das Comeback

1992 wurde Cash in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Band U2 schrieb den Song „The Wanderer“, den Cash für deren Album „Zooropa“ einsang. 1994 bot ihm ein Hip-Hop und Metalproduzent einen Plattenvertrag an. Sie versuchten einiges um einen neuen Stil für Cashs Musik zu finden.

Im Endeffekt entschieden sie sich für die erste Form, die sie versucht hatten – Cash alleine in Begleitung einer Akustikgitarre.

Das Album hieß „American Recordings“ und sollte für das Comeback Cashs sorgen.

Die Songs hatten etwas Neues, doch auch der alte Johnny Cash war in ihnen zu erkennen. Bei der MTV Generation wurde er dann bekannt, nachdem das Model Kate Moss die Hauptrolle in seinem Musikvideo zu „Delia’s Gone“. 1996 erschien das nächste Album „Unchained“. Die Songs wurden hauptsächlich in Cashs eigenem Studio, das er in einer Hütte neben seinem Haus eingerichtet hatte, aufgenommen. Die Gründe dafür waren, dass es Cash zu dieser Zeit schon ziemlich schlecht ging und er so nicht weit reisen musste und Pausen einlegen konnte, wenn er sie brauchte.

Unterstützt wurde er auf dem Album unter anderen von Fleetwood Mac und den Red Hot Chili Peppers. Auch dieses Album gehörte zu der America Reihe, die sich auch noch fortsetzte.

Er veröffentlichte noch „American III: Solitary Man“ (2000) und „American IV: The Man comes around“ (2002). Bei den letzten beiden Alben war schon zu hören, dass Chashs Stimme brüchiger wurde – man hörte ihm an, dass er krank war. „American IV: The Man comes around“ war auch das letzte Album, das zu Cashs Lebzeiten veröffentlicht wurde. Die letzten vier Alben der Legende erfuhren große Anerkennung in der Country Musik.

Der Tod einer lebenden Legende

Cash litt an autonomer Neuropathie, eine Erkrankung des Nervensystems, das eine Folge seiner Diabeteserkrankung ist. Cash machte trotzdem weiter und sagte immer wieder, dass es die Krankheit für ihn nicht gibt. 1999 war der letzte große Auftritt Cashs bei dem Konzert „An All Star Tribute to Johnny Cash“. Viele berühmte Musiker, unter anderen U2, Sheryl Crow, Bruce Springsteen und Bob Dylan, sangen seine Songs. „Walk the Line“ spielte er selbst, gemeinsam mit der Familie Carter. Cash musste mehrmals ins Krankenhaus wegen Lungenentzündungen und Atemnot. Auch seine Sehkraft wurde immer schlechter, da er an einem Glaukom erkrankt war.

Im Mai 2013 starb seine Ehefrau June Carter Cash nach einer Herzklappenoperation. Zu der Zeit saß Cash schon im Rollstuhl, doch er wollte wieder ins Studio und Musik machen. Der letzte öffentliche Auftritt des Man in Black war am 05. Juli 2003 im Carter Family Fold. „Engine 143“ ist das letzte Musikstück, das Cash aufnahm. Am 12. September 2003 starb Johnny Cash in einem Krankenhaus in Nashville an Lungenversagen.

stern für cash

Eine Legende stirbt nie

Im Dezember 2003 erschien die fünf CD Box „Unearthed“, die sechzig unveröffentlichte Songs enthielt. In Cashs Büro wurden Bänder mit Aufnahmen aus den siebziger und achtziger Jahren gefunden. 49 der Songs wurden 2006 auf der Doppel CD „Personal File – Homerecordings“ veröffentlicht. Im selben Jahr erschien noch „American V: A Hundred Highways“. Mit diesem Jahr erreichte Cash das erste Mal seit 1971 wieder die Spitze der Country Alben Charts. 2014 erschien das Album „Out among the Stars“. Auf diesem Album finden sich zwölf bisher unveröffentlichte Songs aus den Jahren 1981 und 1984, die 2012 in einem Tresor gefunden wurden. Cashs privates Aufnahmestudio übernahm sein Sohn John Carter Cash, der es nun auch für andere Künstler öffnete. 2005 gab es noch einmal einen großen Schub für die Bekanntheit Johnny Cashs, auch für das jüngere Publikum.

Der Film „Walk the Line“ stellt das Leben Cashs vom Tod seines Bruders bis hin zu seinem Heiratsantrag an June Carter vor. Johnny Cash wird von Joaquin Phoenix gespielt und Reese Witherspoon stellt June Carter Cash dar. Das Ehepaar Cash hatte sich für diese Besetzung ausgesprochen und auch an dem Drehbuch mitgearbeitet. Der Film wurde mit drei Golden Globes ausgezeichnet und war für fünf Oskars nominiert. Reese Witherspoon wurde dieser in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ verliehen.

June Carter Cash

June Carter war schon als Kind eine erfolgreiche Sängerin und Cash sagte immer, dass sie ihn inspiriert hatte Musik zu machen.

1956 lernte Cash seine zukünftige Frau bei der Radio Show „Grand Ole Opry“ in Nashville kennen. Die beiden trafen sich immer wieder bei Auftritten und ab 1961 tourte Cash ausschließlich mit June und der Carter Familie. Sie schrieb auch den Welthit „Ring of Fire“, in dem sie Cashs Tablettensucht und ihre heimliche Liebe verarbeitete. Eigentlich wollte sie ihn selbst singen, merkte aber beim Schreiben der Musik, dass der Song wohl eher zu ihrem Geliebten passte. Beide waren zum Zeitpunkt verheiratet, kamen sich aber auf den vielen Touren immer wieder näher und verliebten sich ineinander. Cashs Sucht wurde immer schlimmer und so ließ sich dann auch seine erste Frau, Vivian Liberto, von ihm scheiden.

June Carter und ihre Familie sorgten dafür, dass Cash seinen Entzug machte und standen ihm die gesamte Zeit zur Seite. Schon zu dieser Zeit soll Cash angefangen haben June Carter immer wieder Heiratsanträge zu machen, die sie aber immer verneinte. Am 22. Februar 1968 machte Cash ihr, auf einem Konzert in Ontario, Kanada, einen weiteren Antrag, den sie diesmal annahm. Am 1. März 1968 heiratete das Paar in Franklin, Kentucky. 1970 wurde ihr Sohn und einzig gemeinsames Kind John Carter Cash geboren. Bis zu ihrem Tod war June Carter Cash immer an der Seite ihres Mannes und sie machten gemeinsam Musik. Am 15. Mai 2003 starb Carter Cash an den Folgen einer Herzklappenoperation.

Sein Leben war geprägt von Musik, Drogen und Liebe. All dies findet man in den Songs von Johnny Cash. Noch heute verkaufen sich seine Platten und es gibt kaum eine Feier, auf der nicht „Ring of Fire“ läuft. Er war eine lebende Legende und der Man in Black wird immer eine bleiben.

Photocredit:Atomazul / Shutterstock.com

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